Die Ursachen einer ungewollten Kinderlosigkeit sind sehr individuell, und so gibt es selbstverständlich auch mehrere Therapieformen.
In unserem Zentrum bieten wir alle Möglichkeiten der Therapie unter Einbeziehung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse an. In jedem Fall wird stets mit Ihnen gemeinsam eine auf Sie persönlich zugeschnittene Therapieform ausgewählt.
Hier fließen nicht nur die medizinischen Empfehlungen, sondern auch Ihre Wünsche und Vorstellungen ein. Im Folgenden sollen die einzelnen Möglichkeiten dargestellt werden.
Zyklusoptimierung
Hier wird, ggf. unter Hinzugabe von Hormonen, der natürliche Zyklus mittels Ultraschall und Hormonbestimmung im Blut überwacht. Zum richtigen Zeitpunkt kann dann der Eisprung ausgelöst werden und dann dem Paar der zeitoptimierte Geschlechtsverkehr empfohlen werden.
Hormontherapie
In einem natürlichen Zyklus der Frau entwickelt sich normalerweise ein Eibläschen. Da nicht jede Eizelle befruchtet wird und durchschnittlich nur jede zehnte befruchtete Eizelle zu einer intakten Schwangerschaft führt, ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen künstlichen Befruchtung im unbehandelten natürlichen Menstruationszyklus, das heißt ohne vorgängige Stimulation der Eierstöcke, eher gering (etwa 5%). Um diese geringe Schwangerschaftschance zu erhöhen, werden IVF und ICSI, aber häufig auch die Insemination in der Regel nach vorheriger Stimulation der Eierstöcke (Ovarien) durchgeführt.
Hier sehen Sie verschiedene Stimulationsprotokolle:
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Ziel dieses Vorgehens ist es, die Anzahl heranreifender Eibläschen zu erhöhen, die Qualität und Entwicklungsfähigkeit der Eizellen zu verbessern, und die Zeitabläufe der Follikelreifung und des Eisprunges (Ovulation) zu steuern. Der wichtigste Vorteil dieser ovariellen Stimulationsbehandlung ist die höhere Schwangerschaftsrate pro Behandlungsversuch, je nach Behandlungsart (IVF, Insemination) und natürlichen Bedingungen (Alter, Spermienqualität). Die intrauterine Inseminationsbehandlung ist ebenso als isolierte Maßnahme wenig effektiv. Es werden Schwangerschaftsraten nach Inseminationen im Spontanzyklus von lediglich 3% beschrieben. Nach hormoneller Stimulation der Ovarien beträgt die Schwangerschaftsrate der intrauterinen Insemination circa 10% bis 15% pro Versuch.
Insemination (heterologe und homologe)
Bei eingeschränkter Samenqualität kann eine spezielle Aufarbeitung des Spermas mit Herausfiltern der besten Spermien sinnvoll sein. Diese können dann zum Zeitpunkt des Eisprunges mittels eines kleinen Plastikschlauches in die Gebärmutterhöhle eingebracht werden. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Anzahl befruchtungsfähiger Spermien im Eileiter der Frau so zu erhöhen, dass eine erfolgreiche Befruchtung wahrscheinlicher wird. Dieser Vorgang ist komplett schmerzlos und kann die Wahrscheinlichkeit zum Eintritt einer Schwangerschaft deutlich steigern. Die intrauterine Insemination wird z.B. dann eingesetzt, wenn die Spermienqualität leicht gestört ist.
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InVitroFertilisation
Liegt zum Beispiel ein beidseitiger Eileiterverschluss vor, so muss die Befruchtung der Eizelle außerhalb des Körpers erfolgen. Diese Methoden nennt man InVitroFertilisation (IVF), da die Befruchtung der Eizelle in einer Kulturschale stattfindet. Zunächst einmal werden die Eizellen gewonnen.
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Die Eibläschenabsaugung (Follikelpunktion) geschieht unter Ultraschallkontrolle in einer kurzen Vollnarkose in unserem Kinderwunschzentrum. Hierbei werden die Eizellen aus den Eibläschen mittels durch die Scheidenwand in die Follikel geführten Feinnadel abgesaugt und dann im Reagenzglas mit den Samenfäden zusammengebracht.
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ICSI (IntraCytoplasmatischeSpermienInjektion)
Bei der ICSI- Methode wird je ein Samenfaden mittels einer Mikropipette unter einem Hightech-Mikroskop in je einen Eizelle gegeben. Dieses Verfahren kommt unter anderem bei extrem eingeschränkter Spermaqualität zum Einsatz.
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Hier sehen Sie den Embryotransfer: Er ist in der Regel problemlos und komplett schmerzfrei:
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Zusätzliche Methoden, die die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit steigern können
Da die Kinderwunschbehandlung leider keine Garantie auf den sicheren Eintritt einer Schwangerschaft ist, arbeiten Ärzte und Biologen seit langer Zeit an Verfahren, die die Wahrscheinlichkeit zum Eintritt einer Schwangerschaft steigern. Wenn man das komplette Spektrum ausschöpft, können im Idealfall um bis zu ein Drittel höhere Schwangerschaftsraten erzielt werden. Im Kinderwunschzentrum Berlin bieten wir Ihnen alle Möglichkeiten an, die in Deutschland zugelassen sind und die ihren positiven Einfluss auf die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit gezeigt haben. Unter anderem führen wir durch:
Unterstützung der Einnistung („assisted hatching“)
In verschiedenen Studien wurde festgestellt, dass durch die Herstellung einer kleinen Öffnung in der äußeren Eihülle (Zona pellucida) unmittelbar vor dem Embryotransfer das «Schlüpfen» und damit die Einnistung verbessert werden kann. Die höhere Einnistungs- und Schwangerschaftsrate wurde besonders bei älteren Frauen und bei Frauen, bei denen die Eizelle von einer besonders dicken Eihülle umgeben sind, gezeigt.
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Unsere Behandlungseinheit verfügt über einen Apparat, mit dem innerhalb von Sekunden und ohne Risiko für eine Schädigung des Embryos mit einem feinen Laserstrahl diese kleine Öffnung in die Zona pellucida hergestellt werden kann.
Polkörperuntersuchung
Durch Entnahme eines Polkörpers der Eizelle kann eine Aussage über den Chromosomensatz der Eizelle gemacht werden (Polkörperuntersuchung). Da nicht jede Eizelle genetisch in Ordnung ist, kann man auf diesem Weg gesunde Eizellen auswählen und später als Embryonen übertragen.
Spindelview
Die Spindel spielt eine zentrale Rolle in der Reifung der menschlichen Eizelle; sie ist für die sorgfältige Ausrichtung und Verteilung der Chromosomen während der Zellteilung verantwortlich. Mit zunehmendem Alter der Frau treten Spindel-Abnormalitäten bei den Eizellen auf. Die Abwesenheit der Spindel ist mit einer deutlich reduzierten Befruchtungsrate und schlechter oder keiner Embryonalentwicklung korreliert. Auch die Ausrichtung der Spindel während der ICSI hat Einfluss auf die weitere Entwicklung der Embryonen. Nur bei einer korrekten Verteilung hat der Embryo die besten Aussichten auf eine erfolgreiche Schwangerschaft.
Polar Aide©
Der Erfolg einer ICSI Therapie ist entscheidend auch von der Identifikation und Auswahl der optimalen Eizelle abhängig.
Jede Eizelle ist von einer Schutzhülle, der Zona Pellucida, umgeben. In mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass bei Einsatz eines speziellen Polarisationsfilters bei der ICSI Therapie ein direkter Zusammenhang zwischen der Art der Lichtbrechung und der Qualität und Entwicklungsfähigkeit der Eizelle besteht. Eine spezielle Software (Polar Aide©) analysiert dabei in wenigen Sekunden die Art der Lichtbrechung der Zona Pellucida und stellt diese optisch dar. Eine hohe Lichtbrechung weist dabei auf eine besonders potente Eizelle hin, eine geringe Lichtbrechung hingegen bescheinigt der Eizelle eine schlechtere Entwicklungschance. Die Aussagekraft dieser Analyse ist den bisherigen Beurteilungsverfahren überlegen und verbessert die Erkennung optimaler Eizellen für die weitere Kultur und den Embryotransfer. In einer aktuellen Studie (2008) führte die Anwendung dieser Methode zu deutlich erhöhten Schwangerschafts- und Geburtenraten. Viele wissenschaftliche Veröffentlichungen konnten zeigen, dass die Polarisationsmikroskopie für Eizellen völlig unschädlich ist. Nebenwirkungen wurden bisher nicht nachgewiesen.
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Verlängerte Eizellkultur (Blastozystenkultur)
Die Embryonen werden bei der Blastozystenkultur nicht am dritten, sondern erst am fünften Tag übertragen. Eine Blastozyste ist ein weiter entwickelter Embryo. Nur 40% aller Embryonen erreichen überhaupt das Blastozystenstadium. Die verlängerte Eizellkultur verbessert die Synchronisierung zwischen Uterus, der Gebärmutterschleimhaut und dem Embryo. Mit der Aussage über das Entwicklungspotential der Embryonen lässt sich die Wahrscheinlichkeit zum Eintritt einer Schwangerschaft machen.
Des Weiteren sind höhere Einnistungsraten des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut bekannt. Wir bieten die Blastozystenkultur speziell für Paare an, die bereits 2-3 erfolglose IVF-Zyklen absolviert haben, um Aufschluss darüber zu gewinnen, ob eventuell das embryonale Genom nicht aktiviert wird und die Embryonen im 4 – 8-Zellstadium stehen bleiben.
Spermienselektion mittels PICSI
Bei der Auswahl eines geeigneten Samenfadens durch den Biologen bzw. durch die Biologin steht nunmehr mit PICSI ein unterstützendes Medizinprodukt zur Verfügung. Hierbei wird das Prinzip, dass sich das Spermium natürlicherweise an die Hyaluronsäure des Eizellkomplexes bindet, genutzt.
Basierend auf einer Studie der renommierten amerikanischen Yale Universität, sind Ejakulatproben von Männern auf ihr Bindungsverhalten hin untersucht worden. Als Ergebnis dieser Arbeit kann geschlussfolgert werden, dass die Sicherheit, ein chromosomal intaktes Spermium aufzunehmen, unter Verwendung einer PICSI- Schale um den Faktor 4 erhöht werden kann.
Einfrieren von Eizellen im Vorkernstadium
Lassen sich im Rahmen der künstlichen Befruchtung mehr als zwei Eizellen befruchten und befinden sich diese im Vorkernstadium (Pronucleus-Stadium), können diese bei –196°C im flüssigen Stickstoff aufbewahrt werden. Der Vorgang des Einfrierens und die Aufbewahrung im eingefrorenen Zustand wird Kryokonservierung genannt.
Zu einem späteren Zeitpunkt können diese Eizellen wieder aufgetaut und in Ihre Gebärmutter zurück übertragen werden (Embryotransfer). Diese Methode ermöglicht es dem Kinderwunschteam, weniger Embryonen pro Zyklus zu übertragen und dadurch das Risiko der Mehrlingsschwangerschaft zu senken. Gleichzeitig können beim Ausbleiben einer Schwangerschaft oder bei erneutem Kinderwunsch ohne erneute Stimulation der Ovarien, durch die Übertragung aufgetauter Eizellen (Kryozyklus) Schwangerschaften erreicht werden. Zur Übertragung der kryokonservierten und aufgetauten Eizellen im Vorkernstadium ist eine Behandlung mit Hormonspritzen in der Regel nicht notwendig. Die Schleimhaut wird durch eine Hormongabe in Tablettenform auf den Embryotransfer vorbereitet. Die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft ist etwas niedriger als im stimulierten Behandlungszyklus.
Einfrieren von Eizellen, Spermien, Hodengewebe (TESE) oder Eierstockgewebe
Im Falle einer Krebserkrankung steht zunächst das Überleben des/r Patienten/tin im Vordergrund. Dank der modernen Behandlungsmethoden wie Opeartionen, Chemotherapie und Bestrahlungen besiegen immer mehr Patienten die Krebserkrankung. Wir bieten die Möglichkeit vor einer geplanten Chemotherapie oder Bestrahlung zur Erhaltung der Fruchtbarkeit, die Samenzellen, die Eizellen oder das Hodengewebe (TESE) bzw. das Eierstockgewebe bei uns tiefgekühlt einzulagern. Diese Kryokonservierung von diesen Gamenten braucht eine umfangreiche Vorbereitung. Darum ist es anzuraten, sich unmittelbar nach Bekanntwerden der Krebsdiagniose seitens der betreuenden Ärzte und des Patienten mit uns in Verbindung zu setzen. Termine zu einer solchen Beratung werden unmittelbar vergeben.
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Die „Einnistungsspritze“
Um die Einnistung der Embryonen in die Gebärmutterschleimhaut zu begünstigen, gibt es Hinweise, das dies durch ein spezielles Medikament günstig beeinflusst werden kann. Diese Spritze bezeichnen wir als „Einnistungsspritze“.
Embryoglue, "Kleberstoff" zur verbesserten Einnistung von Embryonen
Seit 2002 gibt es ein Medium, welches speziell für den Embryo-Transfer nach einer künstlichen Befruchtung entwickelt wurde und die Einnistung (Implantation) verbessern soll. Seine physikalischen Eigenschaften sind denen der Sekrete in der Gebärmutter sehr ähnlich und können dem Embryo bei seiner Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut helfen.
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