Wenn die Liebe ohne Folgen bleibt – mögliche Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit
Die Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit sind vielfältig, und nur sehr selten liegen echte Krankheiten wie z.B. Diabetis oder andere Stoffwechselerkrankungen vor. Natürlich haben auch die persönlichen Lebensumstände wie zum Beispiel Stress, Rauchen und Übergewicht einen Einfluss auf die Chance schwanger zu werden. Zu 80 % steuern beide Partner Faktoren bei, die den Eintritt einer Schwangerschaft erschweren.
So entsteht manchmal aus mehreren kleineren Problemen doch ein großes...
Untersuchungen bei der Frau:
Weiblicher Zyklus:
Um die komplizierten Vorgänge, die bis zur Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) erforderlich sind, besser zu verstehen, geben wir Ihnen an dieser Stelle einen Überblick über den natürlichen Ablauf des weiblichen Zyklus.
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Der Menstruationszyklus der Frau dauert normalerweise etwa 28 Tage, beginnend mit dem ersten Tag der Regelblutung und endet mit dem Tag vor der darauf folgenden Regelblutung. Schon während der Regelblutung, die etwa 3 bis 7 Tage dauern kann, beginnt das Heranwachsen eines dominanten Eibläschens (Follikel) in einem der beiden Eierstöcke (Ovarien).
Durch eine genau abgestimmte Wechselwirkung zwischen Eierstock und Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) wächst ein einzelnes Eibläschen im Monatszyklus heran.
Mit einer Ultraschalluntersuchung von der Scheide her kann der Eierstock genau dargestellt und die Anzahl vorhandener Eibläschen gezählt werden. Aus dieser Anzahl Eibläschen kann der Arzt ableiten, wie gut die Ovarien auf eine eventuelle spätere Hormonstimulation reagieren werden.
Die Eibläschen enthalten in der Regel im Inneren eine Eizelle. Durch die Hormonausschüttung aus der Hirnanhangsdrüse reift jedoch jeden Monat nur ein Eibläschen heran, dessen Eizelle sich im Inneren des Eibläschens bis zur Befruchtungsfähigkeit weiterentwickelt. Dieses eine Eibläschen kann sich dann zum richtigen Zeitpunkt öffnen (Ovulation) und den Inhalt mit samt Folikelflüssigkeit und Ei (Oozyt) ausschütten.
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Der Eisprung kann ausbleiben, wenn das Eibläschen keine ausreichende Größe erreicht hat. Dies ist häufig bei - reproduktionsmedizinisch gesehen - älteren Frauen der Fall. Umgekehrt bleibt der Eisprung auch häufig bei jungen Mädchen aus, da die Hirnanhangdrüse noch nicht in der Lage ist, die Follikelreifung ausreichend zu unterstützen.
Nach dem Eisprung wird das Eibläschen in den so genannten Gelbkörper (Corpus luteum) umgewandelt. Die Funktion dieses Gelbkörpers ist es, die Einnistungsbedingungen in der Gebärmutter so zu beeinflussen, dass eine Schwangerschaft entstehen kann.
Bei einer gesunden Frau ist die Lebensdauer und Funktion des Gelbkörpers so ausgerichtet, dass er die ersten zwölf Tage der Schwangerschaftsentstehung unterstützt. Ist aufgrund krankhafter Umstände die Lebensdauer des Gelbkörpers verkürzt (unter zehn Tage) oder die Funktion des Gelbkörpers so beeinträchtigt, dass die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) nicht genügend auf die mögliche Einnistung eines Embryos vorbereitet werden kann, spricht man von einer Gelbkörperschwäche oder Lutealinsuffizienz.
Hormone:
Hormone sind Signale, die von einem Organ im Körper ausgeschieden werden und ihre Signalwirkung in einem anderen Organ ausüben. Folgende Hormone spielen in der Beurteilung des Menstruationszyklus eine Rolle:
Hormone
Östradiol ist das wesentliche weibliche Geschlechtshormon. Es wird im heranreifenden Eibläschen produziert und in das Blut ausgeschüttet. Je grösser das Eibläschen während seiner Entwicklung heranwächst, um so mehr wird dieses Hormon in das Blut ausgeschüttet. Wenn mehrere Eibläschen in beiden Ovarien heranreifen (zum Beispiel bei einer hormonellen Stimulationsbehandlung der Eierstöcke), ist die Konzentration des Östradiols im Blut entsprechend höher.
Progesteron ist das Gelbkörperhormon. Es wird überwiegend in der zweiten Hälfte des Zyklus durch den Gelbkörper produziert und regt die Freisetzung von besonderen Nährstoffen durch die Gebärmutterschleimhaut an.
FSH ist das Follikel-Stimulierende Hormon. Es wird durch den vorderen Teil der Hirnanhangsdrüse produziert und bewirkt die Reifung der Eibläschen. Zum einen regt FSH die Bildung von Östrogenen im Eibläschen an, zum anderen stimuliert es die Bildung und Aktivität von Zellen im Inneren des Eibläschens (Granulosazellen), die mit der Eizelle in Verbindung stehen und diese mit Nährstoffen versorgen.
LH ist das luteinisierende Hormon. Es wird, wie das FSH, durch den vorderen Teil der Hirnanhangsdrüse produziert und sorgt zum einen für die Produktion einer geringen Menge männlicher Geschlechtshormone im Inneren des Eierstockes, und zum anderen bewirkt es in der Mitte des Zyklus den Eisprung eines reifen Eibläschens. In der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase) stimuliert es die Produktion von Progesteron durch den Gelbkörper.
Prolaktin ist das Stimulationshormon für die Milchbildung. Es bewirkt nach der Geburt eines Kindes während der Stillzeit die Milchproduktion in der weiblichen Brust. Es wird wie FSH und LH in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziert. Bei einigen infertilen Frauen und Männern wird dieses Hormon übermäßig produziert und führt dann zu Unregelmäßigkeiten im Zyklusablauf oder zu einer Schwäche in den Eierstöcken oder in den Hoden. Prolaktin ist ein Hormon, welches unter inneren oder äußeren Stressbedingungen vermehrt freigesetzt wird.
HCG ist das Schwangerschaftshormon. Dieses Hormon wird durch Zellen in der Schwangerschaftshülle (nicht durch den Embryo selbst) produziert und regt die Freisetzung von Gelbkörperhormon im Gelbkörper des Eierstockes an. Nur durch einen stetigen und dynamischen Anstieg der freigesetzten Menge an HCG kann eine ausreichende Versorgung der frühen Schwangerschaft mit Gelbkörperhormon gewährleistet werden.
Überprüfung der Gebärmutter und der Eileiter
Ultraschall:
Sollte bei der Ultraschalluntersuchung eine Unregelmäßigkeit der Gebärmutterschleimhaut festgestellt werden, besteht die Möglichkeit, dass sich dort eine gutartige Schleimhautveränderung befindet. Ein solcher so genannter Polyp stellt einen eigenständigen Störfaktor bei der Einnistung eines Embryos dar. Um diese Verdachtsdiagnose zu bestätigen und die Größe, Anzahl und Lokalisation des Polypen zu bestimmen, ist eine Zusatzuntersuchung notwendig: die Darstellung der Gebährmutterhöhle unter Zuhilfenahme von sterilem Kochsalz.
Bei dieser Untersuchung wird ein dünner Schlauch durch den Gebärmutterhalskanal in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Unter Ultraschallsicht wird dann steriles Wasser in die Gebärmutterhöhle eingespritzt. Auf diese Weise können die Form der Gebärmutterhöhle sowie eventuelle Unregelmäßigkeiten der Gebärmutterschleimhaut beurteilt werden. Diese Untersuchung ist nahezu immer schmerzfrei. Polypen der Gebärmutterschleimhaut kommen bei circa 5% der Frauen mit einer ungewollten Kinderlosigkeit vor.
Hysterosalpingo-Kontrastsonographie (Echovist):
In einer ähnlichen Untersuchung wird mittels Nutzung eines auf Zucker basierenden Kontrastmittels überprüft, ob ggf. ein einseitiger oder beidseitiger Verschluss der Eileiter vorliegt.
In einem solchen Fall besteht ggf. die Möglichkeit, den verschlossenen Eileiter operativ zu öffnen oder von vornherein eine Reagenzglasbefruchtung durchzuführen. Eine Abwägung ist hier besonders wichtig, da unter bestimmten Voraussetzungen der Eileiter operativ wieder durchgängig gemacht werden kann, jedoch unter dem Preis einer erhöhten Gefahr einer Eileiterschwangerschaft.
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Bauchspiegelung (Laparoskopie):
Eine genauere Untersuchung der Eileiterfunktion ist durch die Bauchspiegelung (Laparoskopie) möglich. Hierbei wird eine Optik mit einer Kamera durch den Nabel in die Bauchhöhle eingeführt, nachdem zuvor über eine Nadel die Bauchhöhle mit Kohlendioxid aufgefüllt wurde. Diese Operation, die nur in Vollnarkose erfolgen kann, erlaubt eine direkte Betrachtung des Bauchraumes, sowie der Eileiter. Darüber hinaus bietet diese Untersuchungsmethode die Möglichkeit, gleichzeitig operative Maßnahmen durchzuführen. So können ggf. Verwachsungen der Eileiter, die deren Beweglichkeit einschränken und so das Auffangen der Eizelle beim Eisprung behindern, beseitigt werden. Krankhafte Veränderungen wie eine Endometriose, können unter Umständen diagnostiziert und entfernt werden.
Transvaginale Endoskopie (Laparoskopie):
Bei dieser Operationsmethode (Endoskopie) muss kein Loch in den Bauchnabel gestossen werden. Der Operateur führt hierbei die Optik über eine winzige Öffnung Scheidenende ein und kann auf diesem Weg nun die Eleiter und die Gebärmutter begutachten. Es handelt sich um ein schonendes und einfaches Verfahren. Trotzdem muss man auch die Grenzen dieser Methode kennen, denn umfangreiche Lösung von Verwachungen im Bauchraum und andere größere operative Maßnahmen bleiben auch weiterhin der klassischen Bauchspiegelung vorbehalten.
Untersuchungen beim Mann:
Ebenso häufig wie bei der Frau können auch beim Mann bestimmte Faktoren zum Ausbleiben einer Schwangerschaft führen. Ein zentraler Stellenwert bei der Untersuchung der männlichen Zeugungsfähigkeit nimmt das Spermiogramm (Ejakulatanalyse) ein, hierbei wird die Anzahl, die Beweglichkeit und die Form der Samenzellen (Spermien) im Samenerguss beurteilt. Die Diagnostik von Störungen der männlichen Zeugungsfähigkeit beruht jedoch nicht nur ausschließlich auf der Spermiogrammauswertung, sondern auch auf den weiteren Untersuchungen der männlichen Genitalorgane.
Männliche Genitalorgane:
Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Beurteilung der männlichen Genitalorgane mittels Ultraschall, wobei u.a. das Volumen der Hoden bestimmt wird. Außerden kann hier ein sicherer Tumorauschluß erfolgen. Desweiteren kann man mit der Dopplermethode die Gefäßbeschaffenheit von Hoden und Penis sehr gut untersuchen. Bei der körperlichen Untersuchung, die durch einen Urologen erfolgt, wird auf folgende Besonderheiten geachtet:
Hodenvolumen und –konsistenz (fest oder weich), Vorhandensein von Krampfadern neben dem linken Hoden (Varicozele), Form des Penis (besonders auf die Lokalisation der Harnröhre) und mögliche Zysten im Hodensack oder im Nebenhoden (Epididymis). Die Ergebnisse dieser klinischen Untersuchung sind zur besseren Interpretation des Spermiogramms sinnvoll undkönnen mit den Ergebnissen der Laboruntersuchungen verglichen und besser beurteilt werden. Das Spermiogramm spiegelt stets nur den momentanen Zustand der männlichen Zeugungsfähigkeit wider. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Spermiogrammanalyse nach angemesserer Zeit zu wiederholen.
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Spermaprobe, Spermiogramm:
Die Analyse Ihrer Samenprobe im Labor umfasst die Beurteilung einer Vielzahl von Eigenschaften, die in ihrer Gesamtheit für die Begutachtung der Samenqualität herangezogen werden. Die drei wichtigsten Faktoren sind hier:
- die Spermienkonzentration (die Anzahl Spermien pro ml Samenerguss)
- die Beweglichkeit der Spermien in der Samenflüssigkeit
- die Formbeurteilung der Spermien
Neben diesen drei Faktoren werden im Rahmen der Ejakulatanalyse viele andere Messdaten erhoben, die es uns ermöglichen, die Spermienqualität in allen Einzelheiten zu beurteilen und auch seltenere Formen der männlichen Infertilität zu erfassen.
Begriffsklärung bei Spermaauswertungen
Folgende Begriffe werden bei der Beurteilung der männlichen Unfruchtbarkeit (Infertilität) häufig verwendet und sollen hier noch einmal erläutert werden:
Spermaauswertung
1. Oligozoospermie: Die Anzahl der Spermien im Samenerguss ist erniedrigt: in einem Milliliter Samenflüssigkeit befinden sich weniger als zwanzig Millionen Samenzellen.
2. Asthenozoospermie: Die Beweglichkeit der Spermien ist gestört: weniger als die Hälfte der Spermien bewegen sich in der Samenflüssigkeit vorwärts.
3. Teratozoospermie: Weniger als 30% der Samenzellen in der Samenflüssigkeit sind normal geformt. Hierbei kommen sowohl Fehlformen des Spermienschwanzes, des Mittelstückes und des Spermienkopfes vor.
4. OAT-Syndrom: (OligoAsthenoTeratozoospermie) ein häufig verwendeter Begriff der eine Einschränkung in allen drei Parametern beschreibt.
5. Azoospermie.: Im Samenerguss können keine Spermien aufgefunden werden. Um ganz sicher zu gehen, dass im Samenerguss keine Spermien vorhanden sind, wird dieser durch Zentrifugierung (durch Schleudern) konzentriert. Das Konzentrat wird dann sorgfältig unter dem Mikroskop betrachtet. Eine Azoospermie tritt auf, wenn im Hoden keine Spermien produziert werden oder wenn ein vollständiger Verschluss der ableitenden Samenwege vorliegt.
6. Parvisemie: Das Volumen des Samenergusses umfasst weniger als zwei Milliliter. Eine Parvisemie kann auf eine Stauung in der Prostata oder in den Samenblasen hindeuten. Selbst wenn sehr viele Spermien vorhanden sind, geht eine Parvisemie mit einer verringerten Zeugungsfähigkeit einher, da weniger Spermien in die Gebärmutter oder in den Eileiter gelangen.
Hormontest:
Neben dem Gespräch, der körperlichen Untersuchung und der mikroskopischen Untersuchung der Samenqualität wird ein Hormontest vorgenommen. Hierzu werden wir Ihnen eine Blutprobe entnehmen, in der die Konzentration von mehreren für die Beurteilung Ihrer Zeugungsfähigkeit wichtigen Hormone bestimmt wird: z.B. LH, FSH und Testosteron. |